Vorsitzender der VT Kempen kontra Oberstufe der Gesamtschule

Im aktuellen “InTeam”, dem Vereinsmagazin der VT, finden Sie ein Interview mit dem Vorsitzenden, Detlev Schürmann. Inhaltlich so aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar.

InTeam: “Weder Politik noch Verwaltung in Kempen haben die Notwendigkeit gesehen die Betroffenen – also neben den Schulen auch die übrigen Nutzer, die Sportvereine – am Diskussionsverlauf zu beteiligen.” 

“Bürgermeister Dellmans hat nun die Verwaltung beauftragt, auch Alternativen in die Machbarkeitsstudie einzubeziehen und alle Beteiligten – also auch die Vereine – in den Entwicklungsprozess einzubeziehen.”

Selbstverständlich sehen Politik und Verwaltung die Notwendigkeit, der Zeitpunkt ist jedoch der entscheidende Faktor und wurde frühzeitig ins Auge gefasst. Mit den Schulen ist im Übrigen gesprochen worden. Der Termin um die Sportvereine umfänglich zu informieren, Meinungen einzuholen und an der Diskussion zu beteiligen war bereits vor der Wahl angedacht und hat inzwischen stattgefunden. Nach Aussage gut unterrichteter Kreise, waren alle Vereine sehr angetan von den aktuellen Planungen eines neuen Sportplatzes an der Berliner Allee, auch die VT. “Einzig die emotionale Bindung spricht letztendlich dagegen” So wurde Detlev Schürmann aus der Runde der Sportvereine zitiert.

InTeam: “Die Ludwig-Jahn-Anlage ist aber auch als städtische Grünanlage von hoher Bedeutung. Hierzu gibt es übrigens ein Gutachten, über das man offensichtlich auch gerne das Mäntelchen des Vergessens legen würde.” 

Wer sich mit den Planungen einmal auseinandersetzt, erkennt schnell das auch hier etwas suggeriert wird was so nicht richtig ist. Wenn ein Neubau auf dem Sportplatz errichtet wird, so wird die Fläche genutzt, die weder wertvoll noch im Gutachten angesprochen wird. Die wertvolle Flora und Fauna sollen nicht unter einem Neubau leiden. Der überdüngte Rasenplatz, die Tribüne und Tartanbahn sind, aus meiner Sicht, allerdings nicht als Grünanlage von hoher Bedeutung anzusehen. Der alte Baumbestand soll selbstredend erhalten bleiben, dies ist unstrittig wird aber leider verschwiegen! 

InTeam: “Unter planerischen Gesichtspunkten gefällt mir die Idee der Grünen gut. Zuletzt nicht deshalb, weil die „Wachtendonker Halle“ in keinem guten Gesamtzustand ist.”  

Kein guter Zustand ist sicherlich richtig, sie wird jedoch noch intensiv von Gesamtschule, Kinderturngruppen sowie der Behindertensportgemeinschaft genutzt. Bis eine neue Halle gebaut ist, auch diese kostet übrigens Geld das ja nach Aussage des Vorsitzenden nicht vorhanden ist, werden Vereine und Schulen diese nicht nutzen können und müssen so auf zahlreiche Hallenstunden verzichten. Ein unzumutbarer Zustand, zuletzt auch von der VT so beschrieben als die Ludwig-Jahn-Halle geschlossen war. Von den genutzten Pavillons des LvD ganz zu schweigen. Auch diese werden bis auf Weiteres noch benötigt. 

InTeam: “Die Ludwig-Jahn-Anlage wird von verschiedenen Abteilungen genutzt. In erster Linie sind dies unsere Leichtathleten. Aber auch andere Sportarten wie Handball etc. nutzen die Anlage für ein Sportart übergreifendes Training.” 

Die offizielle Trainingsgruppe Leichtathletik trainiert laut Homepage der VT an der Sportanlage der Berufsschule bzw. von den Herbstferien bis zu den Osterferien in der Halle Nord. Ein Sportart übergreifendes Training bedarf keines Ludwig-Jahn-Platzes, es kann auch im Sportzentrum stattfinden. Und die “Blues” freuen sich bestimmt über die Anbindung an bessere, ordentliche Umkleiden, Gastronomie und eine Sportanlage die keine Wünsche übrig lässt. Dies garantiert auch in den nächsten Jahren das Fortbestehen des Sportabzeichens. Ein Ehrenmal VT kann natürlich in die Planungen rund um die Neugestaltung des Ludwig-Jahn-Platzes einbezogen werden. Natürlich könnte es aber auch an den ehemaligen Standort zu Füßen der Burg zurückkehren. Dort wurde es 1922 errichtet und feierlich mit einem Staffellauf eingeweiht. Erst 1938 wurde es an den Ludwig-Jahn-Platz verlegt, eine Sanierung des Wassergrabens der Burg war der Auslöser.

InTeam: “Inhaltlich stellt sich mir die Frage, warum benötigt die Gesamtschule eine eigene Oberstufe?” 

Der Gesamtschule die Oberstufe absprechen zu wollen bedarf eigentlich keiner Worte. Sinkende Schülerzahlen, ja, die geburtenstarken Jahrgänge sind Geschichte, Klassenstärken von 30 SuS aber auch nicht unser Wille. Wenn es in 20 Jahren Klassen mit maximal 25 SuS gibt, so wäre ein Ziel erreicht das zurecht Parteiübergreifend gefordert wird.  

Ich möchte zusammenfassend feststellen, Gesamtschule und diverse Trainingsgruppen sowie die Wachtendonker Halle, Pavillons des LvD spielen bei den Überlegungen des Vorsitzenden der VT scheinbar keine Rolle. Das Tartanbahn, Kugelstoß- und Hochsprunganlage erneuert werden müssen und somit auch hier Geld in die Hand genommen werden muss wird nicht erwähnt. Was spricht gegen eine moderne Sportanlage die selbstverständlich für alle Wettkämpfe zugelassen sein wird und ein Schulzentrum mit einer Gesamtschule die ein Herz hat?

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